Jedes Internet-Projekt oder Startup ist nur so cool und interessant, wie darüber gebloggt wird. Denn jede öffentliche Unternehmung ist ganz allgemein so gut, brillant und letztendlich überzeugend, wie darüber geschrieben wird. und wenn man als Blogger oder Startupler nicht selber qualitativ gut über sich schreibt, wieso sollten es dann andere tun?
Viele solcher “Tipps zum Bloggen” geistern durch die Blogosphäre. Es sind vielfach How-To-Guides, die eben auch das Beschaffen einer Domain, Auswahl der Blogsoftware etc. abdecken. Dieser Artikel dreht sich aber weder um Technik, SEO, Plugins oder PR für euer Blog, sondern das essentiell wichtigste: Die Artikel.
In loser Reihenfolge also folgende Gedanken zum Thema Content:
- Bleibt kurz und knackig. Zu viel Text schadet eurer eigentlichen Kernaussage.
- Startet am Anfang, macht euren Punkt und baut eure Argumentation darauf auf.
- Benutzt normale Sprache und versucht niemanden zu beeindrucken. Man merkt viel zu schnell, wenn Leute anders schreiben als reden und sich dabei verkrampft ausdrücken.
- Nochmal: Benutzt die Wörter an die ihr denkt, nicht schickere, formalere Wörter, die ihr in einem persönlichen Gespräch nie verwenden würdet. Es geht schließlich um Authentizität.
- Analogien und persönliche Geschichten helfen euren Lesern.
- Haltet Absätze eher kurz als lang. Große Textblöcke schrecken nur ab.
- Denkt beim Schreiben auch an eure Leserschaft: Wo könnt ihr sie abholen?
- Denkt an eure Leser, aber schreibt mit Leidenschaft.
- Stellt Fragen. Kommentiert in anderen Blogs. Setzt Links. Bloggen sollte immer Kommunikation heißen.
- Schreibt Serien von Posts, auch wenn ihr sie nicht als Serie kennzeichnet oder plant. Verlinkt eure vorangegangenen Gedanken in einem neuen Artikel zum gleichen Thema.
- Lest viel. Inspiration kommt von außen, und vor allem auch aus ganz anderen Themenbereichen und Branchen als eurer eigenen.
- Wenn ihr nichts interessantes zu bloggen habt, bloggt auch nicht. Ich weiß, wie gerne ich jeden Tag mindestens einen Post veröffentlichen würde, nur manchmal gibt es einfach nichts zu sagen. Und Schweigen ist Gold, glaubt mir.
- Hinterfragt euch selbst und eure Artikel. Versucht eure Schreibe zu verbessern, in dem ihr nicht unreflektiert Trends hinterherbloggt.
- Lasst euch vom Stil eurer Lieblingsblogger inspirieren und imitiert Teile davon. Seht wie es läuft, und was ihr ändern müsst, um es zu eurem Stil zu machen.
- Mischt euren Content: Kurze Gedanken? Artikel? Interviews? Listen wie diese? Guckt euch eure letzten Posts an und versucht sie möglichst “bunt” zu mischen.
- Habt keine Angst zu versagen. Habt Angst, nicht interessant genug zu sein!
- Versucht ab und an etwas komplett neues.
Nicht auf der Liste, aber der letzte und vielleicht wichtigste Punkt: Korrekturlesen. Lest eure Artikel bevor ihr sie veröffentlicht! *
Vielleicht ist es ein Zeichen blogtechnischer Selbstüberschätzung, dass ich mich grade berufen fühlte einen eigenen Artikel zum Thema zu schreiben. Oder es lag einfach daran, dass ich Andys Entwurf zu Blogger Guide – Tipps und Tricks für Blogger gelesen habe, und mich dadurch inspiriert fühlte
* Ich lese hin und wieder ein anonymes Startup-Blog, und da sind in wirklich jedem Eintrag Rechtschreib-, Punktsetzungs- und Grammatikfehler. Das trübt den Lesespaß ungemein und macht zudem keinen sehr professionellen Eindruck (immerhin gründen die grade ein Unternehmen!).

René
Claudio
19.03.2009
13:38
* verwendet keinen unterstrichenen Text, wenn es keine Links sind
Andy
19.03.2009
19:19
Guter Artikel, der die wichtigsten Dinge enthält. Es freut mich, dass ich dich inspirieren konnte.
Chris
20.03.2009
13:20
@Claudio: Ich muss dir Recht geben. Dann lieber bold.
René
20.03.2009
13:25
Dass man die unterstrichenen Passagen für Links hält, ist natürlich verständlich.
Werde zukünftig weniger verwirrende Font-Styles ausprobieren, um Textteile hervorzuheben